Jungtiere 2011 Marc Leix


Rezessiv Gelb…Klasse! Gerader, breit angesetzter Stand, Halseinbau, Kopfpunkte und Körperbreite…und was mir besonders gefällt ist die Fülle unter dem Flügelbug!


Ocker sulfurschildig…ebenfalls ein vielversprechendes Jungtier mit schöner Körperbreite, kräftigen Ständern, Halseinbau und feinem Kopfzug. Die Haltung noch freier und im Stand noch gerader…fein!!!


Mal was ganz anders und auch seltenes…Indigo gehämmert, wie ich finde ein sehr schöner Farbschlag. Genetisch wird Indigo bei den nicht geschlechtsgebundenen, dominanten Faktoren eingeordnet.

Bei den gehämmerten bewirkt Indigo ein ausbleichen der Schwanzbinde und Schwingenfedern, die Bronzefarbe bekommt einen leicht rötlichen Anflug. Vom Typ richtig gut, mit schönen Kopf, Körperbreite und Halseinbau…nur die Ständer spreizt er noch etwas!


Gelbfahl…mit breit angesetztem Stand, einem bildhübschen Modenagesicht und waagerechter Haltung…aber…mal genauer hingeschaut und beim Züchter nach gefragt…  

         

…und mein Verdacht wurde bestätigt. Die Färbung der Schwingen und Schwanzfedern, dem Keil und die Einlagerungen in Brust und Kopfbereich…das ist Gelbfahl mit Almondfaktor…Almond ist der Vererbungsfaktor unserer Magnani. Ohne die Qualität dieser Taube im Typ in Zweifel zu ziehen, aber dies ist genau der Punkt den Prof. Dr. Sell in „Die Rassetaube“ Ausgabe 2/2011 angesprochen hat: „ Vielfarbige, wie sie heute in Hinblick auf Grundfarbe und Farbverteilung gezeigt werden, sind leichter zu ziehen als einfarbig Blaue und Schwarze“. Sicherlich wollte Prof.Dr.Sell mit dieser Aussage provozieren und den betroffenen Rassen den Anstoß geben, wieder mehr Wert auf die Grundfarbe und Farbverteilung bei den vielfarbigen zu legen. Die Modena Magnanizüchter werden mir sicherlich bestätigen, wie schwer es ist, eine halbwegs vernünftige Grundfarbe zu erzüchten…und, noch schwieriger, diese auch zu erhalten. Der Trend, Fahlfarben in die Magnanizucht einzubeziehen, ist sicherlich bei unseren französischen Zuchtfreunden entstanden…und da sehe ich den Grund eher in Ermangelung guter Dunkelbronze. Ich halte diesen Weg für den falschen, denn für den Farbschlag Magnani vielfarbig haben wir im Standard eine eindeutige Beschreibung.

Prof.Dr.Sell hätte es auch genau anders herum formulieren können: „Vielfarbige Magnani mit einer vernünftigen Grundfarbe und Farbverteilung sind sehr schwer zu züchten!“ Nur hätte dann dieser Artikel kaum oder gar keine Wirkung erzielt.

Also Marc, sei mir nicht böse…vom Typ eine feine Taube, aber eben Gelbfahl mit Almondfaktor…für mich eine Fehlfarbe! Aber es wird sicherlich spannend sein, diese Taube mal an einen Dunkelbronze zu bringen…mal schaun, wie sich die Grundfarbe entwickelt…

kommentiert von Manfred Wiesner 18.05.2011